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Neues Kurhaus: Knifflige Statikfragen sind gelöst, Sanierungsarbeiten nehmen wieder richtig Fahrt auf

  • Stadt informiert über den Sachstand beim Großbauprojekt. Fragen zur Statik von rund 40 Räumen und Decken haben die Fachleute in den vergangenen Monaten intensiv beschäftigt. Lösungen und Fahrplan stehen nun fest.
  • Gebäudemanagement und Eurogress als künftiger Nutzer arbeiten eng mit Generalplaner zusammen. Das Ziel ist die Revitalisierung des Gebäudes möglichst bis zum Ende des Jahres 2024.
  • Sanierung des Neuen Kurhauses soll attraktive Veranstaltungsstätte für die Bürger*innen schaffen und den Gemeinschaftssinn stärken.

Das Neue Kurhaus ist seit jeher ein Gebäude mit einer spannenden und wechselvollen Geschichte. Unzählige, zum Teil bis heute unbekannte Anekdoten und Ereignisse haben sich hinter den historischen Gemäuern an der Monheimsallee abgespielt. Und auch in den Gemäuern mussten die städtischen Gebäudeexperten gemeinsam mit dem beauftragten Generalplaner in den vergangenen Monaten – in dem Fall unliebsame – Überraschungen hinnehmen. Denn vor allem bei rund 40 Decken im denkmalgeschützten Kurhaus stellten sich komplexe Fragen zur Statik.

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Großer Saal, v.l.n.r. Gerd Gerards, Klaus Schavan, Kristina Wulf, Dr. Manfred Sicking, Foto: Stadt Aachen/Andreas Herrmann

Nach intensiven Untersuchungen und Umplanungen, die weiterhin mit allen Beteiligten intensiv vorangetrieben werden, liegen nun erste Lösungen für das weitere Vorgehen auf dem Tisch. Somit können die Sanierungsarbeiten beim Großprojekt „Revitalisierung des Neuen Kurhauses“ bald wieder richtig Fahrt aufnehmen. Dies verkündeten der städtische Beigeordnete Prof. Dr. Manfred Sicking, der technische Geschäftsführer des städtischen Gebäudemanagements Klaus Schavan und Eurogress-Geschäftsführerin Kristina Wulf am Montag, 13. September, im Rahmen eines Pressetermins vor Ort.

Ein Ort für alle Aachener*innen
Das Eurogress wird als Hauptnutzer mit den Flächen im neuen Kurhaus seine Kapazitäten und Möglichkeiten für Kongresse und Veranstaltungen deutlich steigern können. „Wir freuen uns vor allem darauf, die Tradition des Neuen Kurhauses als einen der beliebten Treffpunkte für Aachenerinnen und Aachener wie auch für Gäste unserer Stadt wiederzubeleben. Hier wurde miteinander gesprochen, gegessen und getrunken. Hier wurden besondere private Momente ebenso wie große gesellschaftliche Ereignisse zelebriert. So soll es auch nach dem Abschluss der Arbeiten wieder werden“, sagte eine zuversichtliche Kristina Wulf mit Blick auf das neue Kapitel in der wechselvollen Geschichte des Neuen Kurhauses.

Auch Manfred Sicking zeigte sich erfreut, dass nun gute Lösungen auf dem Tisch liegen. „Das Neue Kurhaus ist ein ganz besonderes Gebäude der Stadt Aachen. Die Entscheidung, wie es künftig genutzt werden soll, haben sich Verwaltung und Politik nicht leicht gemacht. Wichtig ist es nun, das Ziel im Blick zu behalten. Wir wollen eine neue attraktive Adresse für unsere Stadt und für alle Menschen schaffen.“

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Großer Konzertsaal mit nikotingefärbter Decke, Foto: Stadt Aachen/Andreas Herrmann

40 Räume und Decken unter die Lupe genommen
Stets den Fokus auf das Ziel hatte vom Start weg das städtische Gebäudemanagement. Daher war es dessen technischem Geschäftsführer Klaus Schavan und seinem Kurhaus-Team rund um Projektleiter Gerd Gerards enorm wichtig, eine im wahren Wortsinn tragfähige Lösung für die Anfang 2021 aufgekommenen Statikfragen zu finden. „Das ist uns gelungen“, sagte Schavan zufrieden. Der Prozess dahin war und ist durchaus für alle beteiligten Akteure herausfordernd, gab Schavan zu.

Man habe mit dem beauftragten Generalplaner Höhler + Partner um jede Detailfrage gerungen und sei weiterhin im ständigen und konstruktiven Austausch, um das Großprojekt weiter voranzubringen. Es wurden zusätzliche externe Fachleute hinzugezogen, Untersuchungen und Umplanungen vorgenommen. Das Ergebnis: Mit niedrigschwelligen Eingriffen in das Gebäude kann die Deckenstatik in allen Bereichen dauerhaft hergestellt werden. 40 Räume samt ihrer Decken wurden dafür genauestens unter die Lupe genommen. „Erst nach der grundlegenden Entkernung, als das Oberflächenmaterial von den Decken abgetragen war, konnten wir in einzelnen Rohdecken die Risse feststellen“, erklärte Projektleiter Gerd Gerards. Das Neue Kurhaus wurde vor über 100 Jahren errichtet. Beim Bau sind damals, so schlussfolgern die Fachleute heute, offensichtlich „kreative Lösungen“ angewandt worden. Konkret: Es wurde weniger Stahl eingebaut, als selbst nach damaligen Statikberechnungen hätte verwendet werden müssen.

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Foto: Stadt Aachen/Andreas Herrmann

Für die vorhandenen baulichen und statischen Defizite wurde jede einzelne Decke individuell untersucht, um einen Komplettabriss und Neuaufbau dieser Decken als historischer Bausubstanz zu verhindern. Durch Umplanung von Räumen zur Reduzierung der Auflasten, durch Reduzierung von Techniklasten unterhalb der Decken, sowie bei Bedarf durch nachträgliche Stützkonstruktionen, die denkmalgerecht eingebaut werden müssen, wurden Lösungen entwickelt. Auf diesem Wege konnten circa 750 Quadratmeter historisch wertvolle Deckenflächen und circa 350 Quadratmeter untergeordneter Deckenflächen vor dem Abriss gerettet und erhebliche Kosten und weitere Zeitverzögerungen verhindert werden.  
Projektleiter Gerards. „Bei all diesen Maßnahmen standen die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften, die Bedarfe der künftigen Nutzer, der Erhalt denkmalwerter Substanz sowie die Entwicklung möglichst wirtschaftlicher Lösungen im Vordergrund.“

Trotz statischer Probleme Fortschritte in der Sanierung
Verwaltung und Planer setzen alles daran, dass die Revitalisierung des Gebäudes bis Ende 2024 abgeschlossen werden kann. Höchste Priorität hatte und hat bei allen Planungen, sowohl die Qualität der Revitalisierung des Neuen Kurhauses als auch den Kostenrahmen zu sichern. Das Gebäudemanagement der Stadt geht aktuell davon aus, dass die Kostenberechnung von rund 50 Millionen Euro zu halten ist.
Neben den zu lösenden statischen Herausforderungen hat sich in den vergangenen Monaten hinter den Mauern des Neuen Kurhauses dennoch viel getan: Zu Beginn standen umfangreiche Schadstoffsanierung und Entkernungsarbeiten an. Parallel wurden aufwendige denkmalpflegerische Arbeiten vorgenommen. Zudem wurden Rohbauarbeiten im hinteren Gebäudebereich begonnen. Unter archäologischer Begleitung werden derzeit Aushubarbeiten für den künftig benötigten Sprinklertank sowie eine Erweiterung des Untergeschosses durchgeführt.

Die weiteren Beauftragungen unterschiedlichster Gewerke laufen nun mit Hochdruck an. „Wir sind zuversichtlich, dass es im Neuen Kurhaus bald schon wieder vor Bauarbeitern wimmelt und wir mit großen Schritten vorankommen“, sagte Klaus Schavan.

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Stuckdekoration, Foto: Stadt Aachen/Andreas Herrmann


Clubnutzung im Untergerschoss
Neben der Schwerpunkt-Nutzung durch das Eurogress im kompletten Erdgeschoss und in größeren Teil des ersten Geschosses ist darin auch die Vermietung an externe Gewerbetreibende auf der ersten Etage vorgesehen. Im Untergeschoss – im einstigen Spielautomaten-Bereich des Casinos – wird auf rund 270 Quadratmetern der Musikbunker-Verein mit einem Kulturprogramm das Neue Kurhaus zusätzlich beleben. Die Aachener Politik hatte dem Musikbunker im Frühsommer 2021 den Zuschlag als künftigen Pächter gegeben.

Ein Gebäude mit einer mehr als 100-jährigen Geschichte
Das Neue Kurhaus in Aachen liegt seit über 100 Jahren sehr malerisch im Kurpark der Stadt Aachen und beherrscht die Szenerie gemeinsam mit dem angrenzenden Hotel Quellenhof sowie dem Eurogress. Im Jahr 1916 eröffneten Kurhaus befanden sich zwei Konzertsäle, Lesesäle, Raucherzimmer, Gesellschafts- und Spielräume sowie zwei so genannte Frauensäle. Zu den gastronomischen Einrichtungen gehörten ein Speisesaal sowie ein Weinsalon und mehrere Kaffeeräume.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude schwer beschädigt. Nach der Wiederherstellung erfolgte am 5. Februar 1953 die Wiedereröffnung mit einer Karnevalssitzung. Das Haus war seitdem Veranstaltungsort für Konzerte und Karnevalsevents, unter anderem auch für die Veranstaltung „Orden wider den tierischen Ernst“, bis 1976 die neugegründete Spielbank Aachen einzog. Seit Auszug der Spielbank im Jahr 2015 steht das Gebäude leer.

Mit der Sanierung des Neuen Kurhauses verfolgt die Stadt Aachen das Ziel, in Anlehnung an das ursprüngliche Konzept wieder eine attraktive Veranstaltungsstätte für die Bürger*innen dieser Stadt zu schaffen, den Gemeinschaftssinn zu stärken und Gemeinschaft auch leben zu können. Insofern soll die Tradition des Neuen Kurhauses wiederaufleben. Es soll zukünftig wieder für Veranstaltungen aller Art nutzbar sein.

Weitere Infos zum Neuen Kurhaus: www.aachen.de/neueskurhaus
 

Herausgegeben am 13.09.2021 von:

Stadt Aachen
Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing
Dr. Jutta Bacher
Markt 39, 52058 Aachen
Tel.: +49 241 432-1309
Fax: +49 241 28121
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