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Depot Talstraße ist zentraler Anlaufpunkt für Geflüchtete aus der Ukraine

  • Der zentrale Treffpunkt für alle die Hilfe brauchen oder anbieten möchten.
  • Ehrenamtliche und offizielle Angebote der Stadt sind untergebracht.
  • Das Depot soll aber auch ein Treffpunkt für die Geflüchteten sein, ein Wohnzimmer, um sich zu treffen und auszutauschen – täglich von 10 bis 22 Uhr.

© Stadt Aachen/Andreas Herrmann
Hell, großzügig und einladend: Im Depot wurde eine Willkommensatmosphäre geschaffen. © Stadt Aachen/Andreas Herrmann

Einladende Tische, eine heller, großer Raum, genannt „Piazza“, Sitzgelegenheiten, Spielecken, Grünpflanzen, ein Spielplatz und ein Fußballfeld vor der Tür: „Wir haben hier eine Willkommensatmosphäre für die Geflüchteten aus der Ukraine geschaffen“, betont Aachens Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen, die heute (Mittwoch, 23. März) im Depot an der Aachener Talstraße das „Engagement Center“ der Stadt Aachen eröffnet hat. „Dies ist der zentrale Treffpunkt für alle Menschen, die Hilfe suchen oder anbieten“, beschreibt sie das Hauptziel des Anlaufpunkts. Hier können Geflüchtete sich beraten lassen, wo sie Geld bekommen, eine Wohnung, Kleidung, Krankenversorgung, Schulplätze, Kinderbetreuung. Neben einem Dach über dem Kopf und einem Bett sei dies „mit das Wichtigste“, so die Oberbürgermeisterin. Auch psychosoziale Unterstützung wird angeboten.

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Aachens Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen (links) stellt gemeinsam mit den städtischen Verantwortlichen das „Engagement Center“ im Depot vor. © Stadt Aachen/Andreas Herrmann

Infopoint und Wohnzimmer
Dazu hat das Kommunale Integrationsmanagement dort einen zusätzlichen Infopoint für die Menschen geschaffen, aber auch für Ehrenamtler*innen, die helfen möchten. Und Dana Duikers, Leiterin des Fachbereichs Bürger*innendialog und Verwaltungsleitung ergänzt: „Dies soll aber auch ein Wohnzimmer für die Ukrainer*innen sein, ein Ort, wo sie sich einfach mal treffen können, sich untereinander austauschen.“ Geöffnet ist das Haus an der Talstraße 2 grundsätzlich von 10 bis 22 Uhr. Das städtische Beratungsangebot gilt von montags bis donnerstags von 9 bis 15 Uhr und freitags von 9 bis 13 Uhr. Das Depot habe man gewählt, weil der Ort genug Platz biete und das Haus auch eine Nebenstelle der Stadtbibliothek beherbergt oder den Kinderschutzbund: „Wir nutzen einfach das Potential, das dieses Haus bereits hat“, so Keupen.

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An vielen Stellen wurden Spielangebote für die Kleinsten geschaffen. © Stadt Aachen/Andreas Herrmann

Ehrenamtliche Helfer*innen bieten dort auch eine private Wohnungsvermittlung an. Hier ist Malte Berrenberg aktiv geworden und ist froh, nun auch einen zentralen Anlaufpunkt im Depot anbieten zu können. Er hat kurz nach Ausbruch des Kriegs bereits Kontakt mit dem Blau-Gelben Kreuz in Köln aufgenommen und ist nun zwar nicht Mitglied, aber trotzdem der Kontakt der Hilfsorganisation für Aachen: „Wir sehen uns vor allem als Angebot für die Menschen, die in die Erstaufnahme kommen, weil die die meiste Hilfe benötigen.“ Auf der Webseite der Vermittlung wird gerade ein Kontaktformular vorbereitet. Hier können sich potentielle Gastfamilien melden. Anbieter und Geflüchtete werden dann zusammengebracht: „Aber wir bitten um Verständnis, dass wir nur Angebote berücksichtigen, die eine Unterkunft für mindestens drei Monate anbieten“, so Berrenberg.

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Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen (rechts) im Gespräch mit den Ehrenamtlichen Malte Berrenberg und Julia Shporina. © Stadt Aachen/Andreas Herrmann

Geduld und Verständnis, wenn Angebote nicht sofort benötigt werden
Überhaupt bitten alle in die Hilfe Involvierten um Geduld und Verständnis. Petra Mahr vom Fachbereich Bürger*innendialog und Verwaltungsleitung: „Die Hilfsbereitschaft ist riesig und wir freuen uns über die Angebote. Aber manchmal dauert es auch mal zwei, drei Wochen, bevor wir ein Angebot konkret benötigen. Dann kommen wir gerne darauf zurück.“

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Die ersten Kleider und Sachspenden sind bereits angekommen und werden sortiert. © Stadt Aachen/Andreas Herrmann

Im Aufbau ist ebenfalls die Ausgabe von Kleidung oder Hygieneartikeln – ebenfalls ehrenamtlich organisiert. Julia Shporina, selbst Ukrainerin, die in den 1990er Jahre nach Aachen kam, will das im Depot koordinieren: „Die Menschen haben oft nur das, was sie am Leib haben. Jeder Platz in den Bussen und Zügen wurde genutzt, um Menschenleben zu retten.“ Deshalb würden nun auch hier Kleidung und Hygieneartikel benötigt. Aber auch Spenden für die Ukraine würden weiter benötigt, etwa Medikamente, die dort nicht mehr zu bekommen sind. Shporina bitte darum, wirklich nur Kleidung, Schuhe oder Bettwäsche in gutem Zustand zu bringen – und derzeit vielleicht nicht unbedingt den dicken Wintermantel: „Fragen Sie sich einfach, würde ich das selbst noch anziehen wollen? Das ist auch eine Frage des Respekts.“ Shporina ist begeistert über die Hilfsbereitschaft – sowohl der Stadt, als auch der Ehrenamtlichen in Aachen: „Aachen tut wirklich sehr viel. Aus anderen Städten höre ich, dass es dort nicht so gute Angebote gibt.“

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Ehrenamtliche Helfer*innen erhalten eine kurze Einweisung, bevor die ersten Geflüchteten ins Depot kommen. © Stadt Aachen/Andreas Herrmann

Sämtliche verfügbaren Informationen zu Angeboten in Aachen sind auf der Webseite www.aachen.de/aachenhilft zu finden. Neue Angebote können erst einmal zentral an helfen@mail.aachen.de geschickt werden. Die Seite wird laufend aktualisiert und erweitert. Petra Mahr rät allen Ehrenamtler*innen aber dringend, darauf zu achten, was sie leisten können und wie viel: „Wir müssen verhindern, dass denen, die helfen, ganz schnell die Puste ausgeht.“

Eine weitere Sporthalle wird vorbereitet
Die Puste geht derzeit der Stadt Aachen noch nicht aus, aber: „Die Lage ist absolut dynamisch, ändert sich ständig. Es kommen weiterhin vor allem Frauen mit Kindern und Rentner*innen“, beschreibt Rolf Frankenberger, Leiter des Fachbereichs Wohnen, Soziales und Integration. Stand gestern Abend (22. März) seien 850 Menschen aus der Ukraine in den Erstaufnahmeeinrichtungen registriert. Fünf Turnhallen seien komplett belegt, eine weitere wird gerade vorbereitet. 1.800 hätten den Bezug von Sozialleistungen beantragt. Mindestens 1.000 Geflüchtete sind insofern privat untergekommen. „Unser Kommunales Integrationsmanagement hat bereits rund 1.000 Beratungen absolviert“, so Frankenberger.

Was die Schulen angeht, so kann Sevim Dogan vom Kommunalen Integrationszentrum sagen, dass „bereits über 200 Kinder und Jugendliche in der Vermittlung sind“. Wichtig sei aber, dass das Kindeswohl derzeit vor Schulpflicht gehe. Heißt: Erst wenn die Kinder, die oft Traumatisches erlebt haben, bereit sind für den Schulbesuch, müssen sie gehen. Die Bereitschaft der Schulen, zusätzliche Plätze zu schaffen, sei sehr groß. Auch die Bereitschaft der Kita-Träger oder von sozialen Institutionen Mutter-Kind-Angebote für die Kleinsten anzubieten.

„Engagement Center“ im Depot, Talstraße 2 und weitere Informationen

  • Täglich Geöffnet von 10 bis 22 Uhr
  • Beratung durch das Kommunale Integrationsmanagement:
    montags bis donnerstags von 9 bis 15 Uhr und freitags von 9 bis 13 Uhr.
  • Kleiderausgabe und Ausgabe von Hygieneartikeln:
    dienstags bis donnerstags, samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr. Samstag und Sonntag werden Spenden entgegengenommen.
  • Aktuelle Infos auf www.aachen.de/aachenhilft.
  • Wer Initiativen melden möchte unter helfen@mail.aachen.de.

Herausgegeben am 23.03.2022

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Stadt Aachen
Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing
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