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„Koordinationsstelle Bauen und Wohnen in Gemeinschaft“

  • Seit August 2018 finden Interessierte wieder eine zentrale Anlaufstelle für gemeinsame Wohnprojekte.
  • Gemeinschaftliches Bauen und Wohnen ist ein wichtiges wohnpolitisches Instrument zur Quartiersentwicklung.
  • Am 29. Juni stellen sich alle Aachener Projekte beim ersten Tag des offenen Wohnprojektes vor. In der Nadelfabrik informieren Experten über viele Möglichkeiten zur Planung und Realisierung.

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und Bezahlbarkeit von Wohnen gewinnt das Thema „Bauen und Wohnen in Gemeinschaft“ immer mehr an Bedeutung – auch in Aachen. Diese Modelle verbinden attraktives Wohnen und gute Architektur mit dem Gedanken der gegenseitigen Unterstützung und des sozialen Austauschs in der Nachbarschaft. Ein solches Projekt ist zum Beispiel das „Patchworkhaus“ in der Schopenhauerstraße in Aachen-Forst. Dort hat die „Koordinationsstelle Bauen und Wohnen in Gemeinschaft“ der Stadt Aachen am Montag, 20. Mai, ihre Arbeit vorgstellt.

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In Aachen gewinnen innovative Wohnformate zunehmend an Bedeutung: Rolf Frankenberger (Leiter Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration), Dana Duikers (links, Leiterin Abteilung Planung im Fachbereich) und Claudia Bosseler (rechts, Koordinationsstelle Wohnen und Bauen in Gemeinschaft) informierten zum ersten Tag des offenen Wohnprojekts in Aachen am 29. Juni. © Stadt Aachen / Stefan Herrmann

Die nicht-renditeorientierten Formen zukunftsgerichteten Wohnens sind ein wichtiger Baustein für die kommunale Wohnraumentwicklung und werden auf unterschiedliche Weise unterstützt. „Wir haben einen sehr großen Bedarf an Wohnraum. Bis 2035 benötigen wir rund 10.000 Wohneinheiten, gerade im bezahlbarenBereich. Hier setzen wir an“, sagt Rolf Frankenberger, Leiter des Fachbereichs Wohnen, Soziales und Integration. „Baugemeinschaften denken langfristig, das Leben hört nicht an der Wohnungstür auf. Sie wirken bis ins Quartier hinein“, erklärt er die nachhaltige, positive Auswirkung von Gemeinschaftsprojekten. 

Stadt Aachen bietet Hilfe bei Planung und Realisierung
Seit August 2018 finden alle, die ein gemeinschaftliches Wohnprojekt gründen oder sich einer Initiative anschließen möchten mit der „Koordinationsstelle Bauen und Wohnen in Gemeinschaft“ wieder eine zentrale Anlaufstelle in Aachen. Die Architektin und Stadtplanerin Claudia Bosseler berät Baugemeinschaften und Baugruppen bei Fragen der Prozesssteuerung, Finanzierung und Rechtsform und bietet Information und Unterstützung bei der Grundstückssuche und Standortauswahl. „Das Herzstück ist die gemeinsame Idee. Zusammen versuchen wir dann die passende Rechtsform zu finden und begleiten die einzelnen Planungsschritte “, sagt Bosseler. Eine wichtige Aufgabe ist auch die Kontaktvermittlung zwischen Bauwilligen und Wohninteressierten, Haus- und Grundstückseigentümern, Banken oder Beratungseinrichtungen sowie die Koordination mit den im Verfahren beteiligten städtischen Stellen.

Erfolgreiche Projekte in Aachen
„Wir planen heute nicht mehr einzelprojektbezogen, sondern im größeren Maßstab. Das gemeinschaftliche Bauen und Wohnen ist ein wichtiges wohnpolitisches Instrument. Wir können hier mit den Bürgerinnen und Bürgern selbst nachhaltig Quartiere entwickeln“, sagt Dana Duikers, Leiterin der Abteilung Planung. „Aktuell entwickelt die Stadt an zwei Standorten gemeinsam mit den Bau- und Wohngruppen Neubaugebiete. An der Burggrafenstraße/ Wiesental und auf dem Gebiet des ehemaligen Reiterhofes Gut Branderhof entstehen Wohnquartiere, bei denen gemeinschaftliche Wohnformen bereits von Beginn an einbezogen wurden.“

In der Burggrafenstraße möchte die LebensWeGe Ihr zweites Aachener Wohnprojekt umsetzen und sucht noch interessierte Familien für stadtnahes Wohnen in einer Genossenschaft mit langfristig günstigen Mieten. In Aachen gibt es bereits neun realisierte Wohnprojekte, die kostengünstiges, generationsgemischtes Wohnen zwischen 1996 und heute umgesetzt haben. „Sie haben die Möglichkeit genutzt, als Baugemeinschaft in einem gemeinsamen Planungsprozess den Wunsch nach stadtnahem Wohnen kostengünstig zu realisieren“, sagt Bosseler.

Gestaltungsfreiheit und vielseitige Möglichkeiten
Auch die besondere Gestaltungsfreiheit bei Konzeption und Planung ist ein Plus dieser Modelle. „Das kann eine Gästewohnung oder ein Gemeinschaftsraum sein. Aber auch spezielle Wohnbedürfnisse wie barrierefreie Wohnungen mit Anschluss an einer aktiven Hausgemeinschaft, kinderfreundliche Umgebung und generationsübergreifende Unterstützung können so erfüllt werden“, sagt Bosseler.

Als Beispiel für inklusives Wohnen führt Bosseler das Modell des Vereins „Zwischen uns“ an, das gerade entwickelt wird. Hier werden Menschen mit Behinderung gemeinsam mit Studierenden leben. Und die Elterninitiative WEG-GEHfährten möchte in Aachen für ihre jungen, erwachsenen Töchter und Söhne mit Handicap ambulante Wohngruppen gründen, in denen sie gemeinsam mit Studierenden wohnen und leben können.

Tag des offenen Wohnprojektes
Ein wichtiger Termin für alle Interessierten ist der Samstag, 29. Juni. Dann findet der erste Tag des offenen Wohnprojektes statt. Alle neun realisierten Wohnprojekte öffnen Ihre Häuser zur Besichtigung und zeigen, was das Wohnen dort so besonders wertvoll macht. Außerdem werden neue Projekte sowie die Beratung durch die Stadt im Foyer der Nadelfabrik vorgestellt. Impulsvorträge beleuchten verschiedene Aspekte des gemeinschaftlichen Bauen und Wohnens. Experten stehen für Planung und Finanzierung von Wohnprojekten in einer kleinen Messe Rede und Antwort.

Neue „Wahlverwandtschaften“ und gegenseitige Unterstützung
Bauen und Wohnen in der Gemeinschaft kann verschiedene Gründe und Ziele haben: Angefangen damit, den Wunsch nach stadtnahem Wohnraum zusammen mit anderen bezahlbar umzusetzen. In solchen neuen „Wahlverwandtschaften“ finden Familien Unterstützung bei der Kinderbetreuung, Senioren neue Aufgaben und Hilfe im Alltag, Kinder neue Freunde, Eltern Gleichgesinnte und Unterstützer.

In den Projekten, die sich aktuell in der Entwicklung befinden, sollen auch geförderte Wohnungen für Menschen mit Wohnberechtigungsschein entstehen. Auch in einigen bestehenden Projekten gibt es bereits geförderte Wohnungen und langfristig günstige Mieten. Auf der anderen Seite suchen Projekte für eine sozialverträgliche Finanzierung nach Unterstützern z.B. investierende Mitglieder einer Genossenschaft, was auch eine besonders nachhaltige und lohnende Kapitalanlage sein kann. „Wir sind überzeugt, dass dieses Modell eine Zukunft hat, dass wir in Aachen großes Potenzial für solche Projekte haben und viele Menschen offen für diese Konzepte sind“, sagt Frankenberger. 

Online finden Sie Informationen zu Veranstaltungen und Projekten unter: www.aachen.de/gemeinsambauen

Herausgegeben am 21.05.2019 von:

Stadt Aachen
Fachbereich Presse und Marketing
Bernd Büttgens
Markt 39
52062 Aachen
fon: 0241/432-1309
fax: 0241/28-121
mail: presse.marketing@mail.aachen.de

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